Vom 11. bis 13. Oktober 2025 stattete Dr. Bernd Fabritius, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, den Organisationen der deutschen Minderheit in Oppeln einen Besuch ab. Im Rahmen dieser Reise nahm er am Sonntag, den 12. Oktober, an einer feierlichen Gala zum 35-jährigen Bestehen der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien (SKGD) in Gogolin teil.
Die Jubiläumsveranstaltung brachte viele Menschen zusammen, die die 35-jährige Geschichte einer der tatkräftigsten Organisationen der deutschen Minderheit in der Woiwodschaft Oppeln feierten. Unter den Gästen befanden sich zahlreiche Vertreter aus Organisationen der deutschen Minderheit und aus der Welt der Politik, darunter der neue deutsche Botschafter in Polen, Miguel Berger.
Nach der Eröffnung und Grußworten wurde ein Kurzfilm über die Geschichte der SKGD gezeigt. Anschließend traten zahlreiche Orchester, Chöre und Solisten der deutschen Minderheit auf, darunter der Chor „Kupskie Echo”, der kürzlich sein 30-jähriges Bestehen feierte. Der Höhepunkt des Abends war der Auftritt der Stars des Abends Karolina Trela und FestKapella. Im Laufe der Feierlichkeiten wurden auch verdiente Mitglieder der Gesellschaft für ihr langjähriges Engagement ausgezeichnet.
Während seiner Rede unterstrich Dr. Bernd Fabritius, dass
die Beziehungen zwischen Deutschland und Polen heute in vielen Bereichen sehr produktiv und vertrauensvoll sind, was zu einem großen Teil den Angehörigen der deutschen Minderheit zu verdanken ist, die auch aktiv die Gegenwart in der polnischen Gesellschaft mitgestalten und sich in die Lösung bestehender Herausforderungen konstruktiv einbringen (…) All Ihre Projekte werden mit Leben und Leidenschaft erfüllt. Dies erfolgt durch viele, meist ehrenamtlich tätige Landsleute und eine selbstbewusste und engagierte Interessenwahrnehmung. Gerade in den letzten Jahren haben der VdG und die SKGD Oppeln ihre Professionalität und Leistungskraft unter Beweis gestellt. Es ging darum, die staatlichen Kürzungen des Schulfaches Deutsch als Minderheitensprache durch außerschulischen Sprachunterricht aufzufangen. Auch diese Aufgabe wurde hervorragend gemeistert.
Der deutsche Botschafter in Polen, Miguel Berger, sagte:
Wir sind Freunde, wir sind Partner. Und ich glaube, dass Sie alle auch als Vertreter der deutschen Minderheit hier im Land Teil dieser deutsch-polnischen Beziehungen und dieser engen Freundschaft sind. (…) Sie sind Teil der Brücke zwischen Deutschland und Polen, spielen und leisten einen unschätzbaren Beitrag in dieser Rolle, tragen zum gegenseitigen Verständnis, zur Versöhnung bei, gerade mit Blick auf die komplexe Geschichte dieser Region.
Der Besuch in Oppeln war eine hervorragende Gelegenheit, sich mit den Mitgliedern der deutschen Minderheit zu treffen und die wichtigsten Aspekte zu besprechen. Neben der Gala absolvierte Dr. Fabritius ein umfangreiches Besuchsprogramm. Am 11. Oktober besichtigte er die Dauerausstellung des Dokumentations- und Ausstellungszentrums, traf sich anschließend mit den Jugendlichen des Bundes der Jugend der Deutschen Minderheit im Jugendzentrum und führte Gespräche mit dem Haus der deutsch-polnischen Zusammenarbeit und dem Vorstand des Verbandes der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen (VdG).
An dieser Stelle ist es wichtig zu betonen, dass Dr. Bernd Fabritius in seiner damaligen Zeit als Beauftragter maßgeblich dazu beigetragen hat, dass in den Jahren 2020 und 2021 zusätzliche Mittel des Bundesministeriums des Innern (BMI) für die Entstehung des Dokumentations- und Ausstellungszentrums der Deutschen in Polen bereitgestellt wurden, wodurch die notwendige Grundlage für dessen Umsetzung geschaffen wurde.
Am nächsten Tag, am Sonntag, den 12. Oktober, stand ein gemeinsames Mittagessen mit Vertretern des VdG, des Forschungszentrums der Deutschen Minderheit und des Vereins für kreative Bildung auf dem Programm, gefolgt von einem Treffen mit Botschafter Miguel Berger, VdG-Vertretern und dem Bürgermeister von Gogolin.
Anschließend führte er Gespräche mit Marcin Gambiec, dem Abteilungsleiter im Marschallamt Oppeln, Dr. habil. Daniel Pietrek, dem Professor an der Universität Oppeln, Zuzanna Donath-Kasiura, der Vizemarschallin der Woiwodschaft Oppeln und mit Vertreter des VdG. Am 13. Oktober besuchte Dr. Fabritius die Schule des Vereins Pro Liberis Silesiae.
Dr. Bernd B. Fabritius – ist ein deutscher CSU-Politiker. 2014-2025 übte er die Funktion des Präsidenten des Bundes der Vertriebenen aus. Im Jahr 2025 wurde er erneut zum Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten ernannt. Dieses Amt hatte er bereits von 2018 bis 2022 inne. Seit vielen Jahren engagiert er sich auch für die Belange der deutschen Minderheit in Polen und sorgt somit für einen erfolgreichen deutsch-polnischen Dialog.