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Potulitz – Ort dramatischer Ereignisse

Am 30. August 2025 fand Gedenkveranstaltung für die Opfer des ehemaligen Lagers in Potulitz statt, das während des Zweiten Weltkriegs und in den Nachkriegsjahren ein Ort dramatischer Ereignisse war. Die diesjährigen Feierlichkeiten hatten aufgrund des Zusammentreffens zweier wichtiger Jahrestage einen besonderen Charakter: dem 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs und dem 75. Jahrestag der Schließung des Arbeitslagers in Potulitz, in dem Deutsche und Personen, die für Deutsche gehalten wurden, festgehalten wurden.

Die Feierlichkeiten begannen mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Kirche der Verkündigung der Heiligsten Jungfrau Maria in Potulitz. Die Liturgie, die in polnischer Sprache mit deutschen Textpassagen abgehalten wurde, wurde gemeinsam von Pfarrer Dawid Mendrok aus Leslau, Diakon Marek Dziony aus Oppeln und Pfarrer Maciej Szmytowski, dem Pfarrer der örtlichen Gemeinde, geleitet. Während des Gottesdienstes wurde die Bedeutung der Vergebung betont, die Hass und das Verlangen nach Rache ersetzen sollte. Die Geistlichen appellierten daran, dass sich das Böse, das in der Geschichte geschehen ist, in Zukunft nicht wiederholen möge und dass die Menschen eine Welt aufbauen sollten, die auf Liebe und Frieden basiert.

Als gläubige Menschen dürfen wir nicht bei Rache stehen bleiben, wir dürfen nicht bei Hass stehen bleiben. Denn wenn wir nur dabei stehen bleiben, wird dies sehr schnell dasselbe in uns hervorrufen, dass wir uns rächen wollen, dass wir anfangen zu hassen und ähnlich handeln werden.

Die Antwort der Liebe auf diese Frage, auf diesen Aspekt der Frage, ist Vergebung. Das ist eine große Herausforderung für uns als Menschen, aber nur so können wir sinnlosem Tod, sinnlosem Leiden einen Sinn geben und dafür sorgen, dass hier, jetzt, heute, in dieser Zeit, in der wir leben, diese Welt ein bisschen besser wird. Und das kann uns auch Hoffnung geben, dass die Zukunft nicht so aussehen wird, sondern ein bisschen besser sein wird.

Nach dem gemeinsamen Gebet begaben sich die Teilnehmenden zu vier Gedenkstätten, die mit der tragischen Geschichte von Potulitz verbunden sind. Sie legten Blumen nieder und zündeten Kerzen an: am Massengrab des Zentralarbeitslagers für Deutsche, am Obelisken beim heutigen Gefängnis, am Denkmal „Den Kindern von Potulitz“ auf dem Friedhof an der ul. Sportowa und an einem weiteren Obelisken auf diesem Friedhof.

Der weitere Teil der Gedenkveranstaltung fand im Schloss der Familie Potulicki statt. Dort erwarteten die Teilnehmenden Kaffee und Kuchen, anschließend hörten sie einen Vortrag von Dr. Izabela Mazanowska vom Institut für Nationales Gedenken (IPN) in Bromberg. Gezeigt wurde auch der Film „Casus Potulice”, woraufhin eine Diskussion folgte.

An den Feierlichkeiten nahmen Vertreter der Organisationen der deutschen Minderheit aus verschiedenen Städten teil, darunter Graudenz, Stolp, Schneidemühl, Allenstein, Lauenburg, Schivelbein, Ratibor und Oppeln, sowie Vertreter der lokalen Behörden.

Wir danken Ihnen für Ihre Teilnahme an diesem wichtigen Ereignis und für Ihre Gebete.

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