Entdecken, Genießen, Mitdiskutieren: Wir sammeln und bewahren, vermitteln und visualisieren Kulturgut aus Oberschlesien. Wir sind ein außerschulischer Bildungsort
Mit diesen Worten beschreibt sich das Oberschlesische Landesmuseums in Ratingen auf seiner Internetseite. Es ist ein Ort, an dem Ausstellungen zum kulturellen Erbe Oberschlesiens im Kontext der deutsch-polnisch-tschechischen und europäischen Geschichte gezeigt werden. Es ist vor allem ein Ort, der sehr wichtig für die deutsche Minderheit in Polen ist.
Umso mehr traf uns die Nachricht, dass das Oberschlesische Landesmuseum in Ratingen geschlossen werden soll und die bestehenden Sammlungen in das Ruhr Museum in Essen integriert werden sollen.
Wie in einem Artikel des Westdeutschen Rundfunks (WDR) erläutert wurde, sind finanzielle Gründe ausschlaggebend für diese Entscheidung:
Laut [Sebastian] Wladarz [den Vorsitzenden der Stiftung Haus Oberschlesien] ist es finanziell nicht möglich, das Museum weiterhin in Ratingen zu betreiben. Es sind eine Umstrukturierung, eine Renovierung des Gebäudes und eine neue Dauerausstellung erforderlich. Die Behörden von Nordrhein-Westfalen, die die Tätigkeit des Museums finanzieren, wollen dafür keine zusätzlichen Mittel bereitstellen.
Aus diesem Grund richtete der Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen am 22. Juli 2025 ein Schreiben an Sebastian Wladarz. Kopien dieses Schreibens gingen zudem an Dr. Bernd Fabritius, den Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, André Kuper, den Präsidenten des Landtags von Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst, den Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen, Knut Abraham, den Koordinator für die deutsch-polnische zwischengesellschaftliche und grenznahe Zusammenarbeit, Melanie Mehrig, die Vorsitzende des Stiftungsrates Stiftung Haus Oberschlesien.
In dem Dokument schreibt der Verband, dass er Gespräche mit Politikern auf Bundes- und Landesebene geführt hat und den Eindruck gewonnen hat, dass weiterhin Interesse an der Unterstützung der Beibehaltung des Museumsstandorts besteht. In diesem Zusammenhang äußerte der VdG sein Unverständnis für die Entscheidung des Vorstands der Stiftung Haus Oberschlesien, das Museum zu schließen. In dem Schreiben ist weiter zu lesen:
Die Geschichte Oberschlesiens ist eng mit der Geschichte von Nordrhein- Westfalen verbunden und war immer ein Wahrzeichen dieser Verbundenheit. In dem Moment, wo es endgültig geschlossen und zu einer Abteilung eines anderen Museums werden soll, geht auch für uns etwas verloren. Wir würden deshalb gerne Ihre Vorgehensweise verstehen und bitten somit um eine Antwort.
Als Reaktion auf die Entscheidung, das Museum zu schließen, wurde acuh eine Online-Petition „Oberschlesisches Landesmuseum muss bleiben!“ gestartet. Ziel dieser Initiative ist es, die Verantwortlichen dazu zu bewegen, die Entscheidung zur Schließung des Museums rückgängig zu machen und seinen bisherigen Standort zu erhalten. Die Petition ruft die Öffentlichkeit dazu auf, diese Angelegenheit durch ihre Unterschrift zu unterstützen.
Link zur Petition: https://innn.it/oslm-erhalten